Matteschlößchen
In Wölpinghausen erhebt sich am Rande des Waldes auf herrlicher Matte das sogenannte Matteschlößchen wie eine kleine Burg mit seinen Türmen und Zinnen. Es wurde von dem früheren Bad Rehburger Spezialarzt für Lungenkranke Dr. Lehreke im Jahre 1898 erbaut.

Der Grund und Boden dazu wurde von mehreren Eigentümern des Ortes erworben. Am Nordhang des Berges unterhalb des Bauplatzes bestand unter anderem eine Viehweide, die zur Stätte Nr. 21 gehörte. Daraus wurde ein Garten und ein Ackerstreifen. Diese Weide ist deshalb erwähnenswert, weil sie die Flurbezeichnung Matte führte und den Anlaß gab zur Wahl des Namen Matteschlößchen.

Das spätgotische Gebäude war anfänglich nur als Erholungsstätte für Rehburger Kurgäste bestimmt und wurde später zu einem beliebten Ausflugsort für Naturfreunde von nah und fern. Das Matteschlößchen hatte in der Hauptsache Gasträume erhalten und bot nur wenig Wohngelegenheit für die Familie des Hausverwalters Nölke, die im Kellergeschoß und einigen Bodenräumen untergebracht war.

Dem Auge bot sich von dem 15 m hohen Aussichtstum ein herrlicher Rundblick nach dem Steinhuder Meer, dem Deister und Süntel, dem Bückeberge und der Weserbergkette mit dem Kaiserdenkmal. Bei klarem Wetter konnte man damals auf 92 Ortschaften blicken. Durch die größer gewordenen Waldbäume ist der Blick jedoch heute eingeengt.

Als der Erbauer Dr. Lehreke seine Stellung aufgab und Bad Rehburg verließ, übernahm der bisherige Hausverwalter das Anwesen. Dadurch wurde es zu einer öffentlichen Gaststätte.
Auch nach dem 1. Weltkrieg, als ein vermögender Schneidermeister Lohse Besitzer des Matteschlößchen wurde, galt die Gaststätte als lohnendes Ausflugsziel. Nach 1945 zeichnete sich allmählich eine andere Entwicklung ab. Der Besitzer Lohse - alt geworden - verbrachte noch seinen Lebensabend in einigen Räumen und verpachtete den Gastbetrieb an Wirte, bis er 1955 starb.

Heute ist das Gebäude in Privatbesitz und nur noch von der Straße aus zu besichtigen.
