Geschichte der Hofstätte Nr. 29
ehemals
Brinksitzerstätte
heute: Im Drieweloh
Besitzstand 1685: 3,63 ha
1878: 6,04 ha
Die Hofstätte Nr. 29 entstand vor 1600, also noch vor dem Dreißigjähringen Kriege. Sie wurde als fünftes Gehöft im Drieweloh erbaut. Aber schon im ersten Kriegsjahrzehnt wurde sie ganz zerstört. Aus der Beschreibung anno 1639 bezieht sich vermutlich folgender Bericht auf den Hof Nr. 29: Arend Buck senior, verstorben und verdorben.
Nach dem Wiederaufbau nennen die Urkunden Hans Castning auf Hof Nr. 29. Dem Namen nach zu urteilen gehört die Familie zu den Zugewanderten. Da das Kirchenbuch 1683 Johann Heinrich Castning aus Pollhagen nennt, der die Catharina Abelmann aus Wölpinghausen heiratete, besteht die Vermutung, daß die Vorfahren der Castnings aus Pollhagen stammten.
Bei der Neuvermessung des urbar gemachten Ackers gehörten 1685 14 ½ Morgen zu Hofstätte Nr. 29. Es darf angenommen werden, daß der Hofplatz an derselben Stelle aufgebaut wurde, wo er vor dem Kriege gestanden hatte. Die Besitzer des Hofes hießen meistens Hans (Johann) Castning bzw. Kastning. Um 1773 mußte ein Interimskolon namens Heinrich Meyer den Hof bewirtschaften.
Im Jahre 1835 mußte eine besondere Erbregelung getroffen werden. Der 75-jährige Colon war auf einem Auge blind und schon Witwer. Aber der älteste Sohn konnte den Hof nicht übernehmen, da er taub war. Darum trat der zweite Sohn das Erbe an, mit der Verpflichtung, den ältesten Bruder bis an dessen Lebensende auf dem Hof zu ernähren.
Die Kastnings waren bestrebt, den Hofbesitz zu vergrößern und hatten 1878 schon 6,04 ha. Trotzdem mußten sie sich noch um Nebenerwerb bemühen. Darum besorgten sie vor 1900 auch das Milchfahren zur Molkerei in Hormannshausen.
Quelle: Dorfbuch Wölpinghausen von Gerh. Lemke