Die Knieper in Vornhagen
Der Kniependeil umfaßt den mittleren Teil von Vornhagen.
1517 wird ein Hof Knipendeil in Vornhagen erwähnt. -deil, -deel ist eine niederländische Bezeichnung für ein Ackermaß und weißt darauf hin, daß die Anlage den Holländerkolonien nachgebildet ist. Knipo bedeutet wahrscheinlich Knappe.

Das Kniependeil verkauften die Herren von Winninghausen 1517 an die Herren von Badeke. Die Kniepers waren laut Lagerbuch 1618/19 Junkerleute derer von Alten, kamen dann an die von Brinke und von diesen, um 1760, an das Gut Remeringhausen (rechtes Bild: Rittergut Remringhausen), einem Familienzweig der Münchhausen, wohin sie dienst- und zehntbar wurden bis zur Ablösung im Jahre 1872.
In der Gründerzeit zählten 6 Meierhöfe zu den Kniepern. Vermutlich ist der südlichste Hof in drei Einzelhöfe zerfallen (Nr. 19, 21 und 24), so daß 1620 acht Hofstellen vorhanden waren. Noch heute heißen die Höfe 7 / 9 / 12 / 14 / 18 / 19 / 21 und 24 die Kniepers.
Als Knieper in Vornhagen werden 1620 namentlich genannt:
Henrich Drewes (Hof Nr. 7) mit 56 Morgen Land (der Hof steht 1627 wüst)
Barthold Schwehr (Hof Nr. 9) mit 40 Morgen Land
Hans Schwehr (Hof Nr. 12) mit 40 Morgen Land
Clawes Haseman (Hof Nr. 14) mit 32 Morgen Land
Henrich Blombergh (Hof Nr. 18) mit 36 Morgen Land
Nolte Harmening (Hof Nr. 19) mit 32 Morgen Land
Harmen Harmening (Hof Nr. 21) mit 16 Morgen Land
Johan Jördening (Hof Nr. 24) mit 6 Morgen Land
Als Knieper in Vornhagen werden 1730 namentlich genannt:
Johan Cordt Schmöe, Halbmeier auf Hof Nr. 7
Hanß Henrich Bartels, Halbmeier auf Hof Nr. 9
Adolf Hartman, Halbmeier auf Hof Nr. 12
Hanß Haseman, Halbmeier auf Hof Nr. 14
Johan Wilkening, Halbmeier auf Hof Nr. 18
Christoph Brüggeman, Köter auf Hof Nr. 19
Johan Henrich Harmening, Köter auf Hof Nr. 21
Cordt Schrieber, Brinksitzer auf Hof Nr. 24
Als Knieper in Vornhagen werden 1772 namentlich genannt:
Hof Nr. 7: Schmöe als Selbstversorger mit 5 Personen, 4 Pferden und 44 Ackermorgen
Hof Nr. 9: Hasemeier als Selbstversorger mit 7 Personen, 5 Pferden und 31 Ackermorgen
Hof Nr. 9: Kerkmann - kein Selbstversorger - Einlieger mit 2 Personen
Hof Nr. 12: Höfemeier als Selbstversorger mit 7 Personen, 4 Pferden und 30 Ackermorgen
Hof Nr. 12: Everding - kein Selbstversorger - Einlieger mit 5 Personen
Hof Nr. 14: Hasemann als Selbstversorger mit 9 Personen, 5 Pferden und 28 Ackermorgen
Hof Nr. 18: Wilkening als Selbstversorger mit 9 Personen, 5 Pferden und 31 Ackermorgen
Hof Nr. 19: Haddendorf als Selbstversorger mit 8 Personen, 6 Pferden und 26 Ackermorgen
Hof Nr. 21: Harmening als Selbstversorger mit 6 Personen, 5 Pferden und 21 Ackermorgen
Hof Nr. 24: Mensching als Selbstversorger mit 6 Personen und 9 Ackermorgen
Als Knieper in Vornhagen werden 1836 namentlich genannt:
Hof Nr. 7: Ackersmann Hävemeier mit 11 Personen
Hof Nr. 9: Ackersmann Hävemeier mit 9 Personen
und der Einlieger und Leinweber Gubert mit 4 Personen
Hof Nr. 12: Ackersmann Hävemeier mit 9 Personen
Hof Nr. 14: Ackersmann Hasemann mit 5 Personen
Leibzüchter Hasemann mit 2 Personen
und der Einlieger Holle
Hof Nr. 18: Ackersmann Wilkening mit 9 Personen
und der Leibzüchter Wilkening mit 3 Personen
Hof Nr. 19: Ackermann Hattendorf mit 7 Personen
Hof Nr. 21: Ackersmann Harmening mit 8 Personen
Leibzüchter Harmening mit 2 Personen
und der Einlieger und Kuhhirte Harmening mit 2 Personen
Hof Nr. 24: Leineweber Bövers mit 5 Personen
und der Leibzüchter Bövers mit 2 Personen
Zu den drei kleinsten Knieperstellen 19, 21 und 24 gesellten sich um und nach 1850 vier Neubauer, die die Hof Nr. 33, 36, 37 und 38 erhielten. Aufgrund der engen Behausungen erhielt die Ansiedlung den Beinamen Kloppenburg.
Die Ablösung der Herrendienste erfolgte in Vornhagen 1872 als erstes durch die Knieper, deren Lasten dem Herren von Münchhausen auf Remeringhausen zustanden. Insgesamt zahlten die acht Hofstellen über 910 Taler an den Herrn von Münchhausen.
Hier werden namentlich genannt:
Hof Nr. 7: Heinrich Hävemeyer
Hof Nr. 9: Johann Heinrich Hävemeyer
Hof Nr. 12: Johann Heinrich Hävemeyer
Hof Nr. 14: Johann Heinrich Hasemann
Hof Nr. 18: Heinrich Wilkening
Hof Nr. 19: Conrad Michel
Hof Nr. 21: Friedrich Gottlieb Dreyer
Hof Nr. 24: ___? Schweer
Im Einwohnerverzeichnis von 1926 werden namentlich genannt:
Hof Nr. 7: Invalide Friedrich Hartmann und Dienstknecht Heinrich Reese
Hof Nr. 9: Landwirt Friedrich Hävemeier, Landwirt Friedrich Siebörger
Hof Nr. 12: Landwirt Heinrich Hävemeier und Leibzüchter Heinrich Hävemeier
Hof Nr. 14: Landwirt Wilhelm Hävemeier, Holzarbeiter Friedrich Hecht, Dienstmagd Sophie Büsselberg
Hof Nr. 18: Landwirt Heinrich Wilkening, Leibzüchterin Sophie Wilkening, Bergmann Christoph Seilkopf, Dienstmagd Marie Dornbusch
Hof Nr. 19: Bergmann Friedrich Hue, Tagelöhnerin Marie Bock
Hof Nr. 21: Bergmann Friedrich Matthias, Rangieraufseher Friedrich Matthias
Hof Nr. 24: Baugeschäft Wilhelm Schweer
Bei der Gemeinegebietsreform wurde das jahrhundertelange System der Hausnummerierung ausgelöscht. Die folgende Liste aus dem Jahre 1976 stellt die alten Hausnummern den neuen gegenüber:
Hof Nr. 7: jetzt Nr. 24 - Möller
Hof Nr. 9: jetzt Nr. 31 - Hävemeier
Hof Nr. 12: jetzt Nr. 32 - Hävemeier
Hof Nr. 14: jetzt Nr. 30 - Wackerhahn
Hof Nr. 18: jetzt Nr. 25 - Wilkening
Hof Nr. 19: jetzt Nr. 22 - Hue
Hof Nr. 21: jetzt Nr. 17 - Kock
Hof Nr. 24: jetzt Nr. 20 - Heine