Das Fürstlich Schaumburg-Lippische Staatswappen

aus den Schaumburg-Lippischen Landesverordnungen von 1904


Das große Fürstliche Staatswappen

 

Beschreibung: Der Schild ist geviert und mit einem Herzschilde belegt. Dieser zeigt in Rot einen silbernen, nesselblattförmigen Schildbeschlag, als Stammwappen des regierenden Hauses Schaumburg.

Feld 1 und 4 des Hauptschildes: in Silber eine fünfblätterige rote Rose mit goldenem Samen und grünen Kelchblättern, wegen der Graffschaft Lippe.

Feld 2 und 3: in Rot ein achtspitziger goldener Stern, auf dessen oberer Spitze eine natürliche Schwalbe sitzt, wegen der Graffschaften Schwalenberg und Sternberg.

Auf dem Schilde ruhen drei silberne, rot gefütterte Helme mit goldenen Bügeln und Halskleinoden.

Der mittlere ist bedeckt mit einem roten, mit Hermeling aufgeschlagenen und von einem goldenen Kronenreif umgebenen Fürstenhut: dieser trägt sieben nach links wehende rote Fähnchen an goldenen Lanzen; jedes derselben zeigt die Figur des Herzschildes. Zu beiden Seiten der Fähnchen erscheint je ein goldener, oben mit drei natürlichen Pfauenfedern besteckter Stab. (Schaumburg.)

Der rechte Helm ist gekrönt und trägt einen von Silber und Rot über Eck geteilten Adlerflug. Zwischen den Flügeln wiederholt sich die Rose des 1. und 4. Feldes. (Lippe.)

Der linke, mit einem von Rot und Gold gewundenen Wulst bedeckte Helm trägt den achtspitzigen goldenen Stern des 2. und 3. Feldes (jedoch ohne die Schwalbe) zwischen zwei von Gold und Rot über Eck geteilten Büffelhörnern. (Schwalenberg-Sternberg.)

Die Helmdecke des rechten Helms sind silbern und rot, die des linken golden und rot.

Schildhalter sind zwei weißgekleidete Engel, welche in den äußeren Händen grüne Palmenzweige tragen. Sie stehen auf einer goldenen Arabeske, über welcher der Fürtlich Schaumburg-Lippische Hausorden am roten, golden eingefaßten Bande herabhängt.

Das Ganze ist umgeben von einem purpurnen, mit Hermelin gefütterten, mit goldenen Fransen und Schnüren versehenen Fürstenmantel, welcher aus einer fünfbügeligen, perlenbesetzten, ganz mit Purpur gefüllten Krone herabwallt.

 

Anwendung: Das große Fürstliche Wappen ist als Siegel ausschließlich bei den in Urkunden-Form ausgestellten von Uns (Stephan Albrecht Georg, von Gottes Gnaden Regierender Fürst zu Schaumburg-Lippe, Edler Herr zur Lippe, Graf zu Schwalenberg und Sternberg) erteilter Vollmacht von einem Fürstlichen Staatsbeamten zu vollziehenden Ausfertigungen in Anwendung zu bringen.

 

 

Das mittlere Fürstliche Staatswappen

 

Beschreibung: Das mittlere Fürstliche Staatswappen zeigt nur den oben beschriebenen, von den zwei Engeln gehaltenen Schild unter dem Fürstenmantel; die Helme und der Orden fehlen.

 

Das mittlere Wappen haben zu führen: Das Ministerium, das Hofmarschallamt, das Kabinett, die Hofkammer, die Lehnkammer, das Konsistorium.

 

 

Das kleine Fürstliche Staatswappen

Das kleine Füstliche Staatswappen ist in zwei Formen zu führen:

 

Beschreibung a: der oben beschriebene gevierte und mit einem Herzschilde belegte Schild, auf welchem die Füstliche Krone ruht. (Abbildung des Wappens ohne Krone)

 

Das kleine Wappen a haben zu führen: Das Landgericht, die Ablösungskommission, die Direktion der Ablösungs-Tilgunskasse, die Eisenbahn-Kommission.

 

Beschreibung b: ein roter Schild mit silbernen, nesselblattartigem Schildbeschlag, welcher in der Mitte mit der oben beschriebenen Lippischen Rose belegt und mit der Fürstlichen Krone gekrönt ist. (Abbildung des Wappens ohne Krone)

 

Das kleine Wappen b haben zu führen: Alle übrigen Behörden.

 

 

 

(Quelle: Schaumburg-Lippische Landesverordnungen, Jahrgang 1904. No. 18. / 116. Verordnung betreffend das Fürstlich Schaumburgische Staatswappen. Vom 27. Mai 1904)

 

 

 

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