Das Dorf Pollhagen


erste urkundliche Erwähnung


Pollhagen liegt nördlich von Stadthagen und wird im Jahre 1347 das erste Mal urkundlich erwähnt. Seine Gemarkung wird es durch die Rodung des Dühlwaldes im 13. Jahrhundert erhalten haben. Die Rodung erfolgte wahrscheinlich von Westen und zwar von den Horsthöfen her. Die Kolonisten kamen, wie es sich an Heiratskreisen, Mundart- und Trachtengruppengrenzen zeigt, vermutlich vor allen aus dem Bukkigau, dem Kaspaue-Tal und dem Gebiet um Wunstorf-Seelze.

Pollhagen gehörte einst zum Amt Sachsenhagen. Gemäß dem Teilungsvertrag von 1647 wurde Pollhagen im Jahre 1655 dem Amt Hagenburg zugeteilt, welches die südlich des Steinhuder Meeres gelegenen schaumburgischen Dörfer und Flecken vereinigte. Hierzu hatte Pollhagen jedoch keinerlei Zusammenhang, weder geographisch, historisch noch ethnisch und so blieb es neben anderen Dörfern in jenem Verwaltungsbezirk ein Fremdkörper. Dieses spiegelt sich auch im Heiratskreis wieder: die alte Zusammengehörigkeit erwies sich stärker als Staats- und Verwaltungsgrenzen.

Durch die Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg waren noch 1665 drei Meierhöfe und eine Brinksitzerstelle nicht besetzt. Im Jahre 1731 gab es in Pollhagen 15 Meier-Stellen, 6 Großkötner und 25 Kleinkötner.





Durch den Bau des Mittellandkanales, dessen Teilstrecke hier im Spätsommer des Jahres 1916 zum ersten Mal von Schiffen befahren werden konnte, wandten sich viele Pollhäger von der Landarbeit ab und heuerten auf Schleppern an oder wurden Binnenschiffer. Auch änderte sich die Struktur des Dorfes durch den Kanal gewaltig.


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